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Alexandra

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Titelbild Alexandra

Alexandra

Doris Treitz wurde als letzte von drei Töchtern der Eheleute August und Wally Margarete Treitz, geb. Swetosch, im damals zum Deutschen Reich gehörenden Memelland geboren.[1][2] Ihre Familie flüchtete 1944 vor der Roten Armee zunächst nach Sachsen und dann nach Kiel, wo der Vater bereits kurz zuvor eine Wohnung im Knooper Weg 163 (Erdgeschoss rechts) organisiert hatte.[3] Dort in Kiel besuchte Doris Treitz zunächst die Volksschule und danach die Ricarda-Huch-Schule, damals ein Mädchengymnasium. Früh brachte sich das künstlerisch wie musikalisch talentierte Mädchen das Gitarrespiel bei, erhielt Klavierunterricht und begann, eigene Lieder und Gedichte zu schreiben. 1962 nahm sie an der Miss-Germany-Wahl teil und belegte den neunten Platz.

Mit 17 Jahren wollte sie als Modedesignerin arbeiten. Kurz vor ihrem Abitur brach sie die Schule ab und begann ein Grafikstudium an der Muthesius-Werkkunstschule.[4] In dieser Zeit hatte sie mehrere Gelegenheitsjobs, unter anderem als Sekretärin, Stenotypistin und Zimmermädchen. Von ihren Ersparnissen und dem Erlös aus dem Verkauf selbst gezeichneter Bilder konnte sie sich ihre erste eigene Gitarre kaufen. 1961 zog sie zusammen mit ihrer geschiedenen Mutter und ihrer Schwester Melitta nach Hamburg.

Dort wohnten sie in einer kleinen Wohnung im südlichen Stadtteil Rothenburgsort. Doris besuchte zunächst die Meisterschule für Mode; die 19-jährige lernte aber bald den 30 Jahre älteren russischen Emigranten Nikolai Nefedov (1912-1989) kennen, der bei ihnen zur Untermiete wohnte. Noch im selben Jahr heirateten beide. Anschließend wollte sie mit Nefedov in die USA auswandern. Bevor es dazu kam, brachte die 20-jährige am 26. Juni 1963 ihren Sohn Alexander zur Welt. Mit der Mutterrolle zunehmend überfordert, schien der Traum von einer großen Karriere als Sängerin und Schauspielerin für sie unerreichbar. Die Ehe scheiterte schließlich, und Nikolai Nefedov wanderte allein in die USA aus. Sie nahm, in Anlehnung an den Namen ihres Sohnes, den Künstlernamen Alexandra an, da sie ihren Vornamen „Doris“ als zu bürgerlich und ihren Nachnamen als nicht klangvoll empfand.

Alexandra versuchte, ihr Studium zu beenden und arbeitete nebenbei als Zeichnerin. Währenddessen versorgte ihre Mutter, bei der sie weiterhin wohnte, das Kind. Nach einem Abschluss an der Margot-Höpfner-Schauspielschule in Hamburg erhielt sie ein Engagement an einem Theater in Neumünster und nahm Gesangsunterricht. Kurzzeitig sang sie 1965 bei den City Preachers. Bald darauf wurde der Schallplattenproduzent Fred Weyrich bei seiner Suche nach Talenten auf die tiefe, rauchige Stimme der Sängerin aufmerksam und sah eine Marktlücke, in der er Alexandra positionieren konnte. Unter dem Management von Hans R. Beierlein wurde Alexandra zum Star aufgebaut; mit ihren melancholischen Liedern und ihrem Aussehen passte die aufstrebende Künstlerin ganz in ein Format, das bisher noch nicht von der deutschen Schlagerbranche vermarktet wurde: Russland. Mit dem Orchester Hazy Osterwald folgten die ersten Tourneen quer durch die Bundesrepublik Deutschland und 1967 auch in die Sowjetunion.

Mit 25 Jahren kam der Durchbruch für Alexandra: Sie konnte ihre ersten beiden Erfolge Zigeunerjunge (komponiert von Hans Blum) und Sehnsucht (Rudi Bauer/Fred Weyrich) in den Schlagerparaden verbuchen. Doch die auf ihr Image maßgeschneiderten Lieder stellten die Sängerin und Komponistin Alexandra nicht zufrieden; sie wollte mehr als nur slawisch-folkloristisch orientierte Schlager singen. Ihr Produzent sagte später: „Sie hat das Lied Sehnsucht gehasst und es nur ein einziges Mal unter Tränen bei der Plattenaufnahme gesungen.“

Die vielsprachige Alexandra fand Kontakt zu französischsprachigen Chansonniers wie Salvatore Adamo, Gilbert Bécaud und Yves Montand und reiste nach Brasilien, um mit dem Musiker und Sänger Antônio Carlos Jobim (u. a. The Girl from Ipanema) zusammenzuarbeiten. Hier fand sie vermutlich zu ihrer stärksten musikalischen Ausdruckskraft. Der Fotograf, Kameramann und Regisseur Truck Branss verfilmte die Reisen für die ARD-Show „Alexandra: Ein Portrait in Musik“ (1969).

Zurück in Deutschland entstand eine enge Freundschaft und Zusammenarbeit mit Udo Jürgens. Im Januar 1969 verstarb ihr in Kiel lebender Vater. Anfang 1969 verließ Alexandra Hamburg und kaufte sich eine Eigentumswohnung in der Baldurstraße in München-Nymphenburg. Mitarbeiter aus ihrem näheren Umfeld berichteten, dass sie zunehmend mürrisch und ungeduldig wurde. Hier verlobte sie sich Ostern 1969 mit Pierre Lafaire.

Neben Siw Malmkvist, Peggy March und Rex Gildo sollte sie an der deutschen Vorentscheidung zum Grand Prix de la Chanson mit drei Beiträgen teilnehmen. Aufgrund gesundheitlicher Probleme rieten ihr die behandelnden Ärzte jedoch von diesem Vorhaben ab. Welche Lieder sie dort interpretieren sollte, ist nicht bekannt.
Der Unfalltod

Im Juli 1969 entschied sich die physisch wie psychisch angegriffene Alexandra für eine Auszeit und wollte mit ihrem Sohn und ihrer Mutter Urlaub auf Sylt machen. Mit ihrem ersten eigenen Wagen, einem gebraucht erworbenen elfenbeinfarbenen Mercedes 220 SE Coupé (Baujahr 1958), fuhr sie mit ihrem Sohn und ihrer Mutter in der Nacht zum 31. Juli 1969 im Autozug von München nach Hamburg, wo sie am Vormittag noch einen Termin bei ihrer Plattenfirma hatte. Von dort fuhr sie über Landstraßen Richtung Sylt. Die Künstlerin war offensichtlich nicht mit der Technik des Wagens vertraut; am Armaturenbrett wurden später angeheftete Notizzettel zur Bedienung des Fahrzeugs gefunden. Hinter Itzehoe hatte ihr Wagen in der an der Bundesstraße 5 gelegenen Ortschaft Heiligenstedten eine Motorpanne und musste an eine Tankstelle geschoben werden, wo u. a. die Zündspule des Wagens gewechselt wurde. Bei einem weiteren Halt in Albersdorf klagte sie erneut über Schwierigkeiten mit dem Motor.

Gegen 15 Uhr erreichte sie in Tellingstedt im Zuge der Landesstraße 149 die schwer einsehbare Kreuzung mit der Bundesstraße 203 und fuhr unter Missachtung der Vorfahrt in die Kreuzung. Ein Lastwagen traf ihren Wagen in die rechte Seite und schob ihn nach über 20 Metern in den Straßengraben. Ihr Fahrzeug wurde schwer beschädigt.

Der genaue Unfallhergang an der Kreuzung, an der sich schon davor und noch danach mehrere andere tödliche Verkehrsunfälle ereigneten, konnte nicht ermittelt werden.

Alexandra starb noch am Unfallort, ihre Mutter wenig später im Krankenhaus in Heide (Holstein). Der auf der Rückbank schlafende sechsjährige Sohn Alexander wurde nur leicht verletzt.

Doris Nefedov wurde unter ihrem Künstlernamen Alexandra auf dem Westfriedhof in München beigesetzt (Grab Nr. 101-A-81).
Nachwirkungen
Gedenkstein an der Unfallstelle in Tellingstedt

Der Berliner Regisseur und Dramaturg Marc Boettcher (Strangers In The Night – die Bert-Kaempfert-Story, Ich will alles – die Gitte-Haenning-Story) veröffentlichte im Jahre 1999 eine Biographie über Alexandra, in der er auch der angeblich ungeklärten Todesfrage nachging. Während seiner Recherchen wurde Boettcher angeblich mehrfach von Unbekannten bedroht. Im selben Jahr wurde zum ersten Mal Boettchers Dokumentarfilm Alexandra – die Legende einer Sängerin ausgestrahlt. Im Jahre 2004 trat er mit neuen Rechercheergebnissen und der Ankündigung, das Todesermittlungsverfahren neu aufzurollen, an die Öffentlichkeit. Boettcher habe aus den Stasiunterlagen der Birthler-Behörde erfahren, dass Pierre Lafaire, der Geliebte Alexandras, als US-amerikanischer Geheimagent tätig und trotz der Verlobung mit Alexandra bereits in Dänemark verheiratet gewesen sein soll.

2002 wurde in Würzburg von Verehrern der Sängerin ein Verein gegründet, mit dem Ziel, ihr musikalisches Erbe zu wahren. Neben der Grabpflege werden stetig Veranstaltungen mit Live-Darbietung von Alexandra-Liedern durch Vereinssängerinnen europaweit durchgeführt. Unterstützt wird der Verein von Alexandras Sohn Alexander Nefedov und Verwandten der Sängerin. Die Kreuzung in Tellingstedt wurde später durch eine geänderte Straßenführung mit einer Überführung sicherer gemacht. Fans der Sängerin legen bis heute Blumen an der Unfallstelle nieder. Am Unfallort erinnert auch ein Gedenkstein an Alexandra, der von dem Fanclub Alexandra-Freunde e. V. an Stelle des vormaligen schlichten Holzkreuzes gestiftet wurde. Dieses Kreuz existiert zwar nach wie vor, ist aber, außer im Winter, nur schwer zu finden, da es von Hecken überwuchert ist.

In dem 2006 erschienenen Buch Singen und Suizid – Aufstieg und Niedergang einer deutschen Sängerin, das hauptsächlich von Renate Kern handelt, ist Alexandras Leben ein eigenes Kapitel gewidmet. Auf dem Titelfoto ist sie neben der jungen Renate Kern abgebildet.

Alexandras Sohn Alexander Skovitan war bis 2008 Leiter des Ural Kosakenchores.
Alexandraplatz, Kiel-Ravensberg

Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg beschloss am 18. Dezember 2006, einen Weg im Stadtteil Rothenburgsort nach ihr Alexandra-Stieg zu nennen. Am 19. Mai 2009 wurde in der Nähe der früheren Wohnung in Kiel das Areal zwischen Knooper Weg, Franckestraße und Olshausenstraße auf den Namen Alexandraplatz getauft.

Am 27. Mai 2011 wurde zum Gedenken an Alexandra durch den Verein Alexandra-Freunde in ihrem Geburtsort im Beisein des Bürgermeisters, Vertretern der Deutschen Botschaft in Litauen, des deutschen Bundesministerium des Inneren und der Landsmannschaft Ostpreußen an einem Gebäude des Kindergartens Pusele, wo das Wohnhaus von Alexandras Familie stand, eine Bronzetafel mit Foto enthüllt.

Im Juli 2011 hatte im Deutschen Schauspielhaus Hamburg die Revue „Zigeunerjunge“ mit Erfolg Premiere. In das Theaterstück sind Zigeunermusik und viele deutsche Schlager, wie Alexandras namengebende Hitsingle eingearbeitet.

Das Musical „Kiel Alexandraplatz“ von Peter Schanz sollte am 26. November 2011 am Theater Kiel uraufgeführt werden, wurde aber aus dem Spielplan genommen und auf unbestimmt verschoben.Am 15. Oktober 2011 fand die Premiere des Theaterstücks Alexandra von Michael Kunze im Berliner Schloßparktheater statt. Die Hauptrolle spielt Jasmin Wagner.

Quelle Wikipedia

Homepage Alexandra: http://www.alexandra-welt.de/

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